Eine Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit

Zusammenfassende Info für Schulen

Überblick

Das Startchancen-Programm der Bundesregierung zielt darauf ab, Schulen mit einem hohen Anteil an benachteiligten Schüler:innen zu unterstützen. Damit sollen die Bildungschancen und  die Chancengleichheit verbessert werden. Es werden 20 Milliarden Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt, um eine verbesserte Infrastruktur, Sozialarbeiter und digitale Ausstattung zu schaffen. Der Fokus liegt auf der individuellen Förderung der Schüler:innen, Integration und Digitalisierung. (BMFB, 2024) 

Insgesamt sollten 4000 Schulen von dem Startchancen-Programm profitieren. Das Programm läuft über 10 Jahre und richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien, um ihre Bildungs- und Teilhabechancen nachhaltig zu stärken. (BMFB, 2024) 

Zielsetzung

Förderung der Chancengerechtigkeit in Deutschland – unabhängig von sozialem Hintergrund und Herkunft.

Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems.

Abbau des starken Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg

Investitionsmöglichkeiten 

Das Startchancen-Programm basiert auf drei Säulen. Das sind die Investitionsbereiche:

Upgrade für die Schulgebäude für eine zeitgemäße Lernumgebung (Investition in die Infrastruktur)

Der Fokus soll auf baulichen Maßnahmen und Ausstattungsinvestitionen liegen, die die pädagogische Arbeit in den Schulen unterstützt. Damit sind nicht Instandsetzungs- oder Sanierungsmaßnahmen gemeint, die unabhängig vom Startchancenprogramm fällig wären.

Chancenbudget für bedarfsgerechte Lösungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung (Eigenes Budget)

Bedarfsgerechte Lösungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dazu wird ein Leitfaden bereitsgestellt, der geeignete Maßnahmen beinhaltet. 2/3 der Fördergelder sind an diesen Leitfaden gebunden (siehe nächster Absatz), während 1/3 der Schule zur freien Mittelverwendung zur Verfügung steht.

Personalbudgets für die Aufstellung und Stärkung Multiprofessioneller Teams

Mit zusätzlichen Stellen für die Schulsozialarbeit sollen die Startchancen-Schulen personell unterstützt und multiprofessionelle Teams weiterentwickelt werden. Neben Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sollen dabei auch pädagogische Fachkräfte anderer Disziplinen ihre Stärken und Expertise einbringen können. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt bedarfsorientiert und schulbezogen.

Die Förderung ist unabhängig vom Schulträger. Schulleitungen von Startchancen-Schulen sollen von den Schulaufsichten und Landesinstituten bei der Maßnahmen- und Budgetplanung unterstütz werden. (BMFB, 2024) 

Verwendung des Startchancenbudgets für bedarfgerechte Lösungen 

2/3 des Chancenbudgets sollen für folgende Maßnahmen aufgewendet werden (BMFB, 2024):

  • Angebote zur individuellen Förderung insbesondere im Bereich von Basiskompetenzen aus wissenschaftlich evaluierten Programmen
  • Nutzung von Materialien und digitalen Tools zur Unterstützung der individuellen Diagnostik und Erhebung des individuellen Lernstandverlaufs
  • Nutzung von Materialien und digitalen Tools zur Unterstützung der adaptiven Förderung
  • Tutoring-Programme
  • Qualifizierung und Begleitung von ehrenamtlichen Pat:innen zum Vorlesen
  • Gesundheitsförderung: Ernährung, Bewegung, Suchtprävention, Medienkonsum
  • Soziale Kompetenztrainings, Trainings für gewaltfreie Kommunikation
  • Maßnahmen zur potentialorientierten Talent- und Begabungsförderung, Identifikation von Talenten
  • Nutzung von Angeboten der MINT-Bildung
  • Angebote und Projekte der Demokratiebildung
  • Exkursionen/Fahrten/Besuche außerschulischer Lernorte
  • Ferienangebote/Lernferien/Akademien
  • Präventionsprogramme
  • Peer-Projekte für Lernbegleitung
  • Umsetzung von Konzepten der Spracherziehung und -bildung, die die Vorteile von Mehrsprachigkeit nutzen und Nachteile ausgleichen
  • Förderung beruflicher Kompetenzen
  • Praktische Berufliche Orientierung
  • Bewerbungstraining und Bewerbungsunterstützung
  • Verfahren zur Potenzialanalyse und Kompetenzfeststellungsverfahren
  • Nutzung digitaler Instrumente der Beruflichen Orientierung
  • Individuelle Begleitung von Prozessen der Beruflichen Orientierung und des Übergangs Konzepte und Angebote zur begabungs- und leistungsfördernden Unterrichts- und Schulentwicklung sowie Führung
  • Implementierung datengestützter Entwicklungszyklen (z.B. digitale Unterstützung zum Monitoring von Leistungsentwicklung)
  • Unterstützende Dienstleistungen bzw. Beratungs- und Unterstützungsangebote (z.B. Schulentwicklungsberatung, Prozessbegleitung, Beratungen zum Projektmanagement, Rechtsberatung, Assistenzen für Schulleitungen)
  • Dolmetscher:innen, interkulturelle Fachkräfte
  • Maßnahmen zur Förderung der Elternarbeit
  • Maßnahmen zur Förderung der Schulkultur und Identifikationssteigerung
  • Qualifizierung im Bereich Classroom-Management und Umgang mit Schülerinnen und Schülern in herausfordernden Situationen, Unterstützung von Monitoring- bzw. Begleitstrukturen der Unterrichtsentwicklung in Bezug auf einzelne Kinder
  • Kooperationen mit Bildungswissenschaftlerinnen und Bildungswissenschaftlern zur Entwicklung und Implementation von Lehr-Lernformaten, die auf diverse und ggf. mehrsprachige Lerngruppen zugeschnitten sind
  • Qualifizierung im Bereich pädagogische Führung, Leadership und Management – für die Leitungs- sowie für die mittlere Führungsebene, Teamleitungen/Fachgruppensprecher u.Ä. sowie für Einsteigerinnen und Einsteiger
  • Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen wie fachdidaktische Werkstätten, di- daktische Trainings sowie Coaching u.a. zu den Themen Elternarbeit, Feedback und Kooperation, Berufliche Orientierung, datengestützte und habitussensible Schul- und Unterrichtsentwicklung, Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit für sprachsensiblen Fachunterricht sowie diagnosebasiertes individuelles Fordern und Fördern
  • Entwicklung von neuen Formaten der innerschulischen Zusammenarbeit Teamentwicklung
  • Mediation, kollegiale Fallberatung, Supervision
  • Informationsveranstaltungen, Schulbesuche und persönliche Beratungsgespräche Workshops sowie Maßnahmen zur Förderung von Selbstreflexion und Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schülern
  • Aufbau und Durchführung von Kooperationsformaten und Gemeinschaftsprojekten mit weiteren Akteuren im Sozialraum und dem Unterstützungssystem vor Ort (Kinder- und Jugendhilfe, Jugendzentren u.a. Akteure) zur Förderung der Basiskompetenzen, der Persönlichkeitsentwicklung, der Resilienz und des Wohlbefindens
  • Präventive Strategien und Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Sozialraum und dem lokalen Unterstützungssystem, um die sozial-emotionale Resilienz, Toleranz und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern
  • Zugang zu Schulbibliotheken als „Dritte Orte des Lernens“, zu Angeboten kultureller Bildung (Kunst- und Musikschulen, Museen, Theater), zu Lernorten, die die Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen (z.B. Umweltbildungszentren, Natur- oder Lern-Gärten) sowie zu erweiterten Freizeitangeboten (Sportvereine, Schwimmbäder etc.) zur Ausweitung des Erfahrungsraums der Schülerinnen und Schüler
  • Nutzung des bundesweiten Netzwerkes von MINT-Clustern sowie von Schülerlaboren an Hochschulen und Forschungsorganisationen
  • Aktive Zusammenarbeit mit Schülerlaboren, MINT-Clustern und deren Netzwerken vor Ort

Clama kann mit dem Startchancenbudget finanziert werden

Das Startchancen-Programm zielt auf individueller Ebene neben der Leistungsentwicklung auch auf die Förderung der sozio-emotionalen Kompetenzen der Schüler:innen ab. Mit Clama erhalten Lehrkräfte ein Tool, um diese Kompetenzen zu fördern. Clama ermöglicht es, das Sozialverhalten der Schüler:innen zu erfassen, transparent zu machen und zentral für alle Kolleg:innen zu kommunizieren.

Zudem bietet Clama Materialien und Übungen zur Förderung der sozio-emotionalen Kompetenzen sowie Handlungsempfehlungen. Individuelle Lernziele und Vereinbarungen können in Clama hinterlegt werden.

Auf institutioneller Ebene unterstützt das Startchancen-Programm die datenbasierte Schulentwicklung. Dazu gehören die Weiterentwicklung interner Strukturen, die Professionalisierung der Lehrkräfte und die Teilnahme an Fortbildungen. Clama schafft einen klaren Prozess zur Dokumentation und Bearbeitung von Vorfällen in der Schule. Lehrkräfte, die Clama nutzen, berichten, dass sie schneller und umfassender über Vorfälle und das Sozialverhalten der Schüler:innen informiert sind. Dadurch sind sie nicht nur professioneller auf Elterngespräche und Klassenkonferenzen vorbereitet, sondern können auch gezielter reagieren. Clama ist ein systemischer Ansatz zur Gewaltprävention und Förderung der sozio-emotionalen Kompetenzen.

Quellen

BMBF (2024). Startchancen-Programm. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Abgerufen am 24. Juni 2024.

Mehr Infos zum Förderprogramm

Hier erhalten Sie mehr Informationen zum Startchancen-Programm.

Clama kennenlernen!

 

Wenn Sie eine Startchancen-Schule sind, können Sie unsere Gewaltpräventionsoftware Clama problemlos darüber finanzieren. 

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