Arbeitsgruppe: Gesprächsführung
Station: Mediationsgespräch
Zielsetzung dieser Station
Worum es geht
In dieser Station lernt und übt ihr:
- wann ein Mediations- bzw. Konfliktlösungsgespräch sinnvoll eingesetzt werden kann
- wie ein Mediationsgespräch strukturiert aufgebaut wird
- mit welchen Leitfragen unterschiedliche Sichtweisen, Gefühle und Bedürfnisse herausgearbeitet werden können
- wie gegenseitige Schuldzuweisungen in Ich-Botschaften überführt werden können
- wie gemeinsam Lösungen und Vereinbarungen entwickelt werden
- wie aus dem Gespräch individuelle Kompetenzziele für die beteiligten Kinder entstehen können
- wie solche Ziele anschließend in Clama dokumentiert und nachgehalten werden
Ein Mediationsgespräch wird bei einem Konflikt zwischen zwei oder mehreren Personen geführt. Die Beteiligten erhalten die Möglichkeit, ihre jeweilige Sicht auf die Situation darzustellen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
Ziel ist es:
- die unterschiedlichen Sichtweisen sichtbar zu machen
- den eigentlichen Konflikt hinter der Eskalation herauszuarbeiten
- eigene Gefühle und Bedürfnisse zu benennen
- die Perspektive der anderen Person besser zu verstehen
- gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen zu reduzieren
- gemeinsam Lösungen und Vereinbarungen zu entwickeln
Entscheidend: Bei einem Konflikt gibt es ein gemeinsames Problem, an dem gearbeitet werden kann. Beide Seiten haben unterschiedliche Interessen, Erwartungen oder Wahrnehmungen.
Ein Mediationsgespräch eignet sich insbesondere, wenn:
- ein konkreter Konflikt mit einem inhaltlichen Grund (Problem) zwischen den Beteiligten erkennbar ist
- beide Seiten eigene Interessen, Erwartungen oder Bedürfnisse haben
- die Beteiligten grundsätzlich in der Lage sind, ihre Sichtweise einzubringen
- eine gemeinsame Lösung möglich und sinnvoll erscheint (z.B. ein Kompromiss)
- die Beziehung zwischen den Beteiligten weiterbesteht und verbessert werden soll

Typische Ursachen können beispielsweise sein:
- unterschiedliche Interessen
- Meinungsverscheidenheiten
- Missverständnisse
- fehlende Absprachen
- enttäuschte Erwartungen
- fehlendes Vertrauen
- als unfair wahrgenommenes Verhalten
Ein gemeinsames Mediationsgespräch sollte nicht durchgeführt werden, wenn kein gleichberechtigter Konflikt vorliegt.
Das gilt insbesondere bei:
- Mobbing
- deutlichem Machtungleichgewicht
- gezielter oder wiederholter Schikane
- Angst oder starker Hilflosigkeit einer beteiligten Person
- Situationen, in denen ein Kind seine Sicht im Beisein der anderen Person nicht frei äußern kann
In solchen Situationen sollte zunächst getrennt aufgeklärt und geprüft werden, welche Intervention angemessen ist.
Merksatz:
Nicht jede Auseinandersetzung ist ein Konflikt – und nicht jeder Konflikt eignet sich sofort für ein gemeinsames Gespräch.